Alternativtage der Orientierungschule Visp - 200 Jahre Wallis


Bild von Ernst Biéler (1942/43) im Grossratssaal in Sitten: Übergabe der eidgenössischen Beitrittsurkunde an die Walliser Behörde.




Vom 23. bis zum 25. September 2015 führte die Orientierungsschule Visp ihre alljährlichen Alternativtage durch. Drei Tage, welche den Schülern/innen jeweils einen Unterricht der ganz anderen Art bieten - Einblicke in einen aktuellen Themenbereich, erlebnisorientiert aufgearbeitet... Und was läge da im Jahr 2015 näher, als das Thema "200 Jahre Wallis" aufzugreifen? Und so begaben sich fast 400 Schüler/innen auf eine spannende Zeitreise, zurück ins 19. Jahrhundert.

Wir schreiben das Jahr 1815: Nach den Wirren der napoleonischen Zeit und dem Wiener Kongress von 1814/15 kehrt langsam Ruhe in Europa ein. Das 1813 von Frankreich eroberte Wallis erhält seine Eigenständigkeit zurück. Zurück bleibt jedoch der Konflikt zwischen Ober- und Unterwallis. Ein äusseres Ereignis zwingt die verstrittenen Walliser schliesslich, sich zu verständigen. 1815 versuchte Napoleon wiederum, in Frankreich die Macht zu ergreifen. Sowohl das Ober- wie auch das Unterwallis fürchteten nichts mehr, als erneut Frankreich angeschlossen zu werden. Diese Angst macht alle Beteiligten kompromissbereit und so wird Anfang 1815 im Wallis eine neue Verfassung angenommen - die Voraussetzung für einen Beitritt unseres Kantons zur Eidgenossenschaft. Bereits wenige Monate später - am 4. August 1815 - wird die offizielle Urkunde zum Walliser Beitritt zur Eidgenossenschaft unterschrieben.

Drei Tage also, in welchen die Schüler/innen viel Neues über unseren Kanton, dessen Geschichte, Geografie, Kultur, über die Menschen und ihr Handeln erfuhren. Im Turnus besuchte jede Stufe die Kantonshauptstadt und besichtige dort das Parlament, die Kathedrale, dir Burgkirche auf Valeria sowie Kunst- und Naturmuseum.

An einem weiteren Tag erhielten die Schüler/innen im Schulhaus Informationen zu Walliser Landwirtschaft (Weinbau), Gesundheit, Küche, Geschichte der Kirche, Auswanderung und Modernisierung des Kantons. Zum Abschluss des Tages wurden durch Andreas Weissen und das Boozu Team Agarn lebendige Walliser Sagen dargeboten.

Zudem wurde der Herbstausflug ins Programm integriert - jener führte die Schüler/innen unter anderem in eines der Oberwalliser Museen (Matterhorn-Museum, Lötschentaler-Museum, Rundgang Urchigs Terbil, Stockalper Schloss, Schweizergarde-Museum in Naters, Safran-Museum in Mund oder Wohnmuseum in Visperterminen).

Oder lassen wir doch die Schüler/innen selbst sprechen:
"spannend, ein Einblick ins frühere Leben... die Ateliers in der Schule, super gestaltet... drei tolle Tage mit der Klasse... Mal selber im Parlament zu sitzen, wie die Chefs... das Naturmuseum, eine Entdeckungsreise... die Lehrpersonen, total locker und nicht so streng... die Sagenerzähler, eindrücklich... warum nicht noch etwas abenteuerlicher, so leben wie damals, in den Bergen, ohne Strom?..."

Rundum zufriedene Gesichter also, auch wenn wir dem letztgenannten Wunsch nicht nachgekommen sind.

 

QR-Code